Praktika, FSJ und BFD

Kai Scheunemann, Mitglied des pastoralen Leitungsteams, in Aktion

Neben über dreihundert ehrenamtlichen Mitarbeitern hat die Andreasgemeinde auch acht hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die größtenteils durch den Gemeindeaufbauverein (GAV) finanziert werden. Durch die vergleichsweise hohe Anzahl hauptamtlicer Stellen sind wir in der seltenen Lage, im Kontext einer einzelnen Ortsgemeinde starke Schwerpunkte in der jeweiligen Ausgestaltung zu setzen.

Diese Erfahrung geben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerne an andere weiter, die sich beruflich in ähnliche Richtungen entwickeln möchten. Wir freuen uns daher über Praktikanten, die auf dem Weg sind, ein Studium oder eine Ausbildung zum Sozial- oder Gemeindepädagogen zu absolvieren. Wir freuen uns über Theologiestudierende, die im Rahmen ihres Studiums ein innovatives Gemeindemodell kennenlernen wollen. Vikare, auch aus anderen Landeskirchen im Rahmen des Spezialvikariates, sind sehr herzlich willkommen und können sich bei Interesse direkt an Pfarrer Karsten Böhm wenden. Ebenso sind Betriebspraktika, wie es die schulische Ausbildung vorsieht, bei uns in der Gemeinde oder im Buch- und Kirchenladen 7. Himmel möglich und gerne gesehen.

Die Andreasgemeinde möchte dabei fröhlicher Arbeit- und Gastgeber sein und unsere Form moderner Gemeinde- und Gottesdienstarbeit gemeinsam weiter entwickeln und weitergeben. Unsere "Ehemaligen" schreiben dabei folgendes über ihre Arbeit in der Andreasgemeinde:

Johanna Bender (Praktikum Gemeindepädagogik)

Hallo,

ich hatte die Gelegenheit fast ein ganzes Jahr, durch ein paar Lücken, mein Studiensemester das ich von der Uni aus machen musste, in der Andreasgemeinde zu absolvieren. Eine lange Zeit, um die vielen Menschen kennen zu lernen und andere Gottesdienstformen, bei Kinder und Jugend Projekten mit zu helfen, sich bei Freizeiten ein zu bringen, aber auch beim Kindergottesdienst. Ich bin dankbar ein Teil des Kindermusicals gewesen zu sein, bei dem ich mit wirken durfte. Es war ein Jahr voller Höhen und Tiefen, in dem ich viel lernen, Neues entdecken konnte und in dem ich meine Erfahrungen einbringen konnte. Ich durfte mich Herausforderungen stellen und bin auch an den Aufgaben gewachsen. Ich bin dankbar für diese netten Leute und die coole Zeit, die ich hatte, für die vielen Gesprächen über Gott und die Welt und die neuen Erfahrungen. Eins hat mir das Praktikum auf jeden Fall gezeigt, ich bin mir jetzt sicher, das Gemeindepädagogik und Soziale Arbeit der richtige Studiengang war, den ich studieren konnte und freue mich auf mein späteres Berufsleben.

David Schwarz (Praktikum Theologie)

Sechs Wochen Praktikum in einer Gemeinde gehörten zu meinem Bachelor-Studium der Theologie in Reutlingen. Über einen Mitstudenten kam ich auf die Andreasgemeinde – mit der Hoffnung, die Landeskirche, aber auch neue Ideen und Formen der Gemeindearbeit kennen zu lernen. Die Zeit reichte, um in viele, aber längst nicht alle Bereiche der Gemeinde hinein zu schnuppern. Einige Impressionen aus dieser Zeit möchte ich mit euch teilen:

„BINGO!“ ruft die alte Dame neben mir und ich muss lachen, auch wenn ich jetzt schon gefühlt das 10. Mal in Folge nicht gewonnen habe –Spannung, Spaß und Ehrgeiz hatte ich mir von meinem Besuch des Seniorenkreises nicht versprochen. Wer dann aber einmal inmitten plötzlich nicht mehr ganz so gebrechlicher Senioren zu Swing-Musik getanzt hat, merkt, dass Begleitung des würdevollen Alterns sehr viel mit Lebensfreude, Weisheit, Erinnerung und dem Bedürfnis nach Gemeinschaft zu tun hat.

Zum dritten Mal an einem Sonntag die gleiche Predigt – als Teenager wäre das der blanke Horror für mich gewesen. Nicht hier – denn wo andere Gemeinden sich streiten, welche Lieder man singen darf und welche nicht, feiert die Andreasgemeinde ihre Vielfalt.

Ich stehe etwas hinter den anderen, als Kai die vertrauten Worte spricht: „Asche zu Asche,…“ Ich kenne niemand, das ist etwas befremdlich. Umso beeindruckender sind für mich die Geschichten der Verstorbenen und die Atmosphäre der Trauerfeiern. Still im Friedwald oder lautstark in der Kirche - die Hoffnung auf ein Wiedersehen „auf der himmlischen Party“ bleibt.

„Jawoll!“ „Nochmal!“ „Risiko!“ Trotz fachkundiger Anleitung im Clowns-Workshop die Welt einmal naiv, trotzig und ganz und gar interessiert zu betrachten, ist gar nicht so einfach, wie es klingt. Fragen, die das Leben und Sein jedes Menschen berühren (Wer bin ich? Wer will ich sein? Was ist mir wichtig? Was habe ich zu sagen?) werden in Adrianos Theaterwelt lebendig.

„Wir tauschen unsere Vision gegen eure ein – die Formulierung ist doof!“ Was ist für unsere Gemeinde wesentlich, was nicht verhandelbar? Wo wollen wir hin? Was müssen wir dafür tun? Was müssen wir dafür weglassen? Die Pastoralklausur ist inspirierend, aber auch mühsam. Wenn sich letztendlich (ruhig auch träumerische) Visionen und konkrete Strategien die Hand geben, wird Arbeit sinnstiftend, produktiv und vor Allem nicht willkürlich.

„Ich bin dankbar für…“ Dass sich Jugendliche zwischen 16 und 20 (in Räumen der Kirche) bewusst mit Themen wie Berufung, Bekennendem Christsein Nachfolge auseinandersetzen, spricht eine deutliche Sprache für die Jugendarbeit der Gemeinde. Christsein wird als Mehrwert erlebt – sowohl unter dem gemeinschaftlichen Aspekt als auch persönlich.

Ich könnte noch viele andere Erlebnisse erzählen, aber das würde den Rahmen sprengen: Wo ich mein Ziel, alle Möglichkeiten zu nutzen, umgesetzt habe, wurde ich mit wunderbaren Erfahrungen belohnt, die ich für meinen zukünftigen Lebens- und Berufsweg als unbedingt relevant erlebe. Ich bin der Gemeinde, vor Allem den Leitern mit ihrer herzlichen Offenheit, dankbar für die Möglichkeiten und das Vertrauen, das sie „vorlaufend“ in mich gesetzt haben. Die sechs Wochen haben mich neu ermutigt, Kirche verändern zu wollen und mich auf die Suche zu begeben nach der Art von Gemeinschaft, die sich Gott von uns wünscht.

Angela Crucitti (FSJ)

Eine Gemeinde zu finden, in der man während des FSJs die Möglichkeit hat, in die verschiedensten Bereiche zu „schnuppern“, war gar nicht so einfach. In der Andreasgemeinde ist dies aber nicht nur möglich, es ist auch unbedingt notwendig.

Denn nur so konnte ich feststellen, dass Büroarbeit mehr ist als stures Ausfüllen irgendwelcher Formulare und genervtes Telefonieren mit irgendwelchen Leuten. Denn nur so konnte ich feststellen, dass der Kindergottesdienst nicht nur laut und anstrengend ist, sondern viel mehr erfüllend und es mich total fasziniert und inspiriert mit welcher Offenheit und Scharfsinn die Kleinen Gott begegnen. Wie sonst hätte ich feststellen können, was für ein unglaubliches Gefühl es ist, wenn man im Jugendgottesdienst „Connect“ vor den ganzen Jugendlichen steht, den Prediger anmoderiert und in jede Menge begeisterte Gesichter blickt. Mit der Zeit werden im Gespräch oder beim gemeinsamen Essen nach dem Gottesdienst aus unbekannten Gesichtern nette Menschen mit Stärken und Schwächen, die es kennenzulernen lohnt und man, die man immer wieder in der Gemeinde trifft. Denn nur so konnte ich feststellen, wie wichtig es ist, Jung und Alt zusammen zu bringen, gemeinsame Events zu haben, den Austausch zu fördern und voneinander zu lernen.

Diese vier Beispiele waren nur einige der zahlreichen Arbeitsfelder, die man hier finden und in denen man mitwirken kann. Dieses Jahr – mein Jahr - ist nicht nur reich an persönlichen Erfahrungen mit anderen Menschen (egal welchen Alters, welchen Geschlechts und welcher Konfession), sondern auch an tollen Erfahrungen mit Gott und dem eigenen Glauben.

Hier konnte ich wachsen, mich ausprobieren und hatte die Möglichkeit, Events, Aktionen und Fragen sowohl mit meinem Anleiter, als auch mit den vielen verschiedenen Teams zu reflektieren und zu verbessern.

Wenn du nicht nur Hausmeistertätigkeiten übernehmen willst, sondern auch Aktionen planen und leiten möchtest; Wenn du die Möglichkeit haben willst, dich und deinen Glauben besser kennenzulernen; Und wenn du mit tollen Menschen in den unterschiedlichsten Bereichen zusammen arbeiten willst, dann bist du hier genau richtig!

Jannis Kaiser (FSJ)

Ich habe mein freiwilliges soziales Jahr 2012-2013 in der evangelischen Andreasgemeinde absolviert. Dort habe ich im Kinder- und Jugendbereich mitgearbeitet – Im Kinderbereich hatte ich die Möglichkeit beim Kindermusical, mehreren „GoForKids“ und einem wöchentlichen Kindergottesdienst, den „Kirchenkrimis“, mitzuwirken. Im Jugendbereich war ich nicht nur an der Konfirmandenarbeit, sondern auch maßgeblich an dem neuen Jugendgottesdienst „Connect“ und einem Jugendalphakurs beteiligt, durch den wir eine Jugendgruppe gründen konnten, die sich momentan wöchentlich trifft.

Weil ich in so vielen verschiedenen Gruppen/Aktionen mitgearbeitet habe, war meine Arbeit sehr vielfältig und abwechslungsreich, zugleich aber auch sehr herausfordernd. Zum Beispiel war ich hauptverantwortlich für den Jugendgottesdienst „Connect“ mit dem Thema „God loves me“, was einerseits viel von mir abverlangt hat, andererseits eine gute Chance für mich darstellte, mich als Leitung auszuprobieren und an der Aufgabe zu wachsen.

Ich kann zurückblicken auf ein Jahr gefüllt mit vielen Diskussionen, Smalltalk aber auch tiefgehenden Gesprächen und zahlreichen Stunden der Organisation, Vorbereitung und Umsetzung der vielfältigen Events dieser Gemeinde, sowie diversen Hausmeistertätigkeiten.

Vieles war herausfordernd, neu und anstrengend. Nichtsdestotrotz bleibt dieses Jahr bei mir in Erinnerung als ein Jahr, indem ich sehr viel lernen konnte, viele geniale Menschen kennenlernen und mit ihnen zusammenarbeiten durfte und als ein Jahr, indem ich meinen Horizont erweitern konnte und persönlich sehr gewachsen bin.

Bewerbung

Fabian J. Witmer

Offene Stellen für Praktika, das FSJ oder den BFD veröffentlichen wir hier auf dieser Seite. Wir freuen uns aber auch über Initiativbewerbungen. Bitte richten Sie diese an Fabian J. Witmer:

Andreasgemeinde Niederhöchstadt
z.Hd. Herr Fabian Witmer
Langer Weg 2
65760 Eschborn

Er steht bei Fragen gerne unter witmer(at)andreasgemeindePUNKTde zur Verfügung.