Gemeindephilosophie
(Wir wollen) Gott und Menschen nahe sein,
um Gott den Menschen nahe zu bringen.
Eine christliche Gemeinde sollte den Bedürfnissen der Menschen, die sie erreichen möchte, gerecht werden. Wir folgen den Grundsätzen „Suchet der Stadt Bestes“ (Jer. 29.7) und „Kirche ist nur Kirche wenn sie für andere da ist.“
Wir wollen nicht nur Kirche im Ort sein, sondern Kirche für den Ort.
Es liegt uns als Gemeinde besonders am Herzen, Menschen, die bisher kein Interesse an Kirche und Glauben haben oder gar durch schlechte Erfahrungen abgeschreckt sind, davon zu überzeugen, dass die Kirche trotz aller menschlichen Fehler und Schwächen der Ort sein kann, an dem ein Stück Himmel auf Erden herrscht.
Unsere unterschiedlichen Angebote spiegeln genau das wider: Klassische Orgelmusik trifft junge Rockband, regelmäßige Kultur- und Theaterangebote begeistern die Zuschauer, Seminare und Workshops bieten Lebenshilfe und Beratung und ein Buchladen ist der tägliche Treffpunkt der Generationen.
In unseren Gottesdiensten und Kleingruppen kommen alle fünf Bereiche zusammen. Die Bereiche spiegeln sich auch in den Logos unserer Gemeinde und auf dieser Webseite wider.
Gott kennen lernen
Dass Menschen Gott kennen lernen, war das vorrangige Anliegen Jesu. Kein Wunder: Denn die lebendige Beziehung eines Menschen zu Gott ist der Schlüssel zu allem, was der christliche Glaube für einen Menschen bereithält. Darum ist es das erste Ziel unserer Gemeindearbeit, dass möglichst viele Menschen Gott kennenlernen. Dies geschieht nach unserem Verständnis über eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus. Nicht nur die Gemeindeleitung, sondern jeder Christ und jede Christin trägt Verantwortung dafür, dass Menschen, die das Evangelium von der Liebe Gottes noch nicht kennen, davon erreicht werden.´
Im Bereich 1 („Gott kennen lernen“) bieten wir zum Beispiel unsere Glaubenskurse, GoSpecial, Taufkurse, unser jährliches „Oktoberfest“ sowie verschiedene Angebote für Kinder und Jugendliche wie zum Beispiel Jugendgottesdienste, Go4Kids oder KiGo im Kino an.
Miteinander leben
Das Christentum ist keine Privatreligion, sondern auf Gemeinschaft angelegt. Erst in der christlichen Gemeinschaft kann der Glaubende das volle Potenzial entwickeln, das Gott in ihn hinein gelegt hat. Ohne diese Gemeinschaft nimmt der Glaube mehr und mehr ab. „Allein geht man ein“, heißt es. Darum sind wir als Christen nicht nur berufen zu glauben, sondern auch, miteinander zu leben, einander zu begleiten und uns gegenseitig liebevoll aufzubauen und zu helfen.
Im Bereich 2 („Miteinander leben“) wären unsere zahlreichen Gruppen und Kreise, aber auch unsere vielen Feste, Feiern und Veranstaltungen zu nennen. Dazu kommt eine ausgeprägte Kultur der Gastfreundschaft und des freundlich-auferbauenden Umgangs miteinander.
Im Glauben wachsen
Christen sollen in unserer Gemeinde ermutigt und befähigt werden, in ihrem Glauben zu wachsen und zu reifen. Sie sollen ein zunehmendes Bedürfnis und eine zunehmende Fertigkeit darin entwickeln, ein Leben in der Jüngerschaft Jesu zu leben, das heißt ihm zu vertrauen, ihm nachzufolgen, ihm zu gehorchen und – wie Jesus es nennt – „Frucht“ für ihn zu bringen. Dazu gehört die zunehmende Fähigkeit, für das Evangelium von der Liebe Gottes in Wort und Tat einzustehen.
Im Bereich 3 („Im Glauben wachsen“) haben wir neben unseren Kleingruppen bzw. Hauskreisen viele Seminarangebote sowie das Angebot persönlicher Begleitung in Seelsorge, Mentoring und Coaching.
Für andere dasein
Kirche ist nicht für sich selbst da. So wie Gott selbst sich unablässig für das Heil und Wohl der Menschen einsetzt, ist es auch Auftrag der Gemeinde und jedes einzelnen Christen, dem Nächsten in seinen geistlichen, emotionalen, leiblichen und in seinen Beziehungsnöten zu helfen. Jedes Glied unserer Gemeinde ist dazu berufen, für andere da zu sein und unseren Mitmenschen zu dienen, so wie Jesus uns gedient hat. Wichtiger Bestandteil dieses Auftrages ist für uns, dass wir auch anderen Christen, Kirchen und Gemeinden helfen, ihr Potenzial zu entwickeln.
Der Bereich 4 („Für andere da sein“) spiegelt sich in den vielfältigen Diensten und Arbeitskreisen unserer Gemeinde wider. Weil wir für andere da sein wollen, ist die Unterstützung anderer Gemeinden ein wichtiger Schwerpunkt unserer Gemeindearbeit.
Gott von ganzem Herzen lieben
Der zentrale Auftrag unserer Gemeindearbeit schließlich ist, dass Menschen Gott von ganzem Herzen lieben lernen. Diese Liebe bei möglichst vielen Menschen zu entfachen, ihr Ausdruck zu verleihen und sie zu verstärken, darin sehen wir unsere wichtigste Aufgabe. Gott begegnet uns in der Größe und Schönheit seiner Schöpfung, er offenbart uns in Christus sein Heil und der Heilige Geist entfaltet in unserer eigenen Existenz seine lebens- und weltverändernde Kraft. In unserer Gemeinde versuchen wir, diese drei Weisen, Gott zu erleben, liebevoll zu einander zubringen. Darum spielt in unserer Gemeinde die „trinitarische Spiritualität“ eine wesentliche Rolle. Wir glauben, dass jede der genannten fünf Dimensionen des Christseins für das Wachstum eines Christen oder auch einer Gemeinde notwendig ist. Jede Vereinseitigung oder Vernachlässigung eines der genannten Aspekte führt zu einer ungesunden Entwicklung. Darum stellen wir in allen fünf Bereichen ganz gezielt Hilfen bereit, damit unser Traum von Kirche nicht ein „bloßer Traum“ bleibt, sondern Realität wird.
Der Bereich 5 („Gott von ganzem Herzen lieben“) schließlich schlägt sich in unserer Gemeinde in einer vielfältigen Spiritualität nieder. Dazu gehören eine stark entwickelte Kultur des Lobpreises, unsere Gebetsgruppen und -dienste, verschiedene Segnungsangebote sowie die von vielen praktizierte persönliche „Stille Zeit“ mit Gott.
Die Werte der Andreasgemeinde
Vielleicht wundern Sie sich, dass eine Gemeinde Werte besitzt. Unser Leitbild definiert, was wir tun. Jede Gemeindeaktivität - die Hauskreise, die Seminare, die Bandarbeit, die Gottesdienste - lässt sich mit einem oder mehreren unserer fünf Gemeindeaufträge in Verbindung bringen. Die Werte wiederum sagen, wie wir etwas tun. Wenn Sie beides kennen wissen Sie also eine Menge über uns.
Begeisterung
Wir sind gerne Christen. Darum versuchen wir, die Grundformen der christlichen Spiritualität – Glaube, Gebet, Bibellese, Gemeinschaft, Liebe und Bekenntnis – in einer fröhlichen, leidenschaftlichen und ansteckenden Weise zu leben. Unser Denken, Reden und Handeln soll von Optimismus und Positivität geprägt sein.
Herzlichkeit
Liebevolle Beziehungen sollen jeden Aspekt unseres Gemeindelebens prägen. Daher pflegen wir ein Klima der Freundlichkeit und Offenheit, der gegenseitigen Annahme, des Humors und der Gastfreundschaft. Dabei liegen uns besonders jene Menschen am Herzen, die ein eher distanziertes Verhältnis zu Gott, Glaube und Gemeinde haben. Darum versuchen wir, Besuchern und „Neuen“ in der Gemeinde in besonderer Weise mit einem offenen Ohr und offenem Herz zu begegnen.
Glaubwürdigkeit
Das Christentum, das wir leben und verkündigen, soll ungezwungen und authentisch sein. Alles, was förmlich, steif oder gar künstlich wirkt, soll vermieden werden. Wir versuchen, uns selbst und anderen nichts vorzumachen. Dass wir Sünder und fehlbare Menschen sind, ist unsere gemeinsame Arbeitsgrundlage, darum müssen wir weder besser noch „heiliger“ erscheinen, als wir sind.
Großzügigkeit
Wir sind davon überzeugt, dass Großzügigkeit nicht nur Opfer verlangt, sondern auch ungeahnten Gewinn bringt: „Geben ist seliger als Nehmen.“ Darum ermutigen wir Christen zu einem großzügigen Umgang mit den ihnen anvertrauten Ressourcen wie Zeit, Besitz und Gaben. Zur Kultur der Großzügigkeit gehört ein striktes Freiwilligkeitsprinzip. Niemand soll in unserer Gemeinde etwas tun, weil er sich dazu genötigt oder gar gezwungen fühlt.
Gabenorientiertheit
Wir glauben, dass der Mensch dadurch ein erfülltes Leben erfährt, dass er die ihm gegebenen Gaben dienend zur Ehre Gottes und zum Wohl der Menschen einsetzt. Wir wollen darum eine Kultur entwickeln, in der Menschen gelobt, aufgebaut und in jeder Hinsicht gefördert werden, das volle Potenzial zu entfalten, das Gott in sie hineingelegt hat. Wir streben nicht nach Perfektion, wohl aber danach, dass jeder Christ an dem Ort, an dem er mitarbeitet, sein persönlich Bestes gibt.
Buntheit
Wir wollen eine Gemeinde mit einer klaren Mitte (s.u.), aber mit vielfältigen Ausdrucksformen dieser Mitte sein. Wir suchen weder eine Uniformität der Meinungen noch irgendwelcher äußerer Formen, denn wir sind uns bewusst, dass Gott mit jedem Menschen auf individuelle Weise umgeht. Darum begegnen wir unterschiedlichen Ansichten, Lebensentwürfen und Frömmigkeitsformen mit Respekt, Wertschätzung und Toleranz.
Möglichkeitsdenken
Wir üben uns darin, von den Möglichkeiten Gottes – und nicht nur von unserer oft begrenzten Wirklichkeit – her zu denken und zu handeln. Die Kirche des neuen Jahrtausends wird in vielerlei Hinsicht anders sein, als die Kirche, die wir bislang gekannt haben. Daher experimentieren wir mutig, riskieren viel, machen fröhlich Fehler und suchen nach immer neuen, innovativen Wegen, Menschen für Christus zu erreichen.
Multiplikation
Wir arbeiten darauf hin, dass die Christen unserer Gemeinde zu Jünger/innen Jesu werden, die in der Lage sind, ihren Glauben und das, was Gott in sie hineingelegt hat, an andere weiterzugeben. Dieses Prinzip der Multiplikation gilt auch für die Gemeinde als Ganzes. Wir arbeiten kontinuierlich an der Qualität unserer Gemeinde: nicht nur für uns selbst, sondern auch in Hinblick auf andere Gemeinden, dass diese davon profitieren und wachsen können.
Spiritualität
Die verbindende Mitte unserer acht Werte ist das Kreuz. Dieses Kreuz steht für die spirituelle Mitte all dessen, was wir tun, sagen und leben. „Spiritualität" ist der aufmerksame Umgang damit, dass wir in allem, was wir bewegen, letztlich von Gott Bewegte sind. Dies wollen wir uns immer wieder bewusst machen und neu verinnerlichen. Im Mittelpunkt von allem, was wir tun und sagen, steht die Person Jesu. Alles, was wir als Gemeinde tun und sagen, soll dazu dienen, diese Christus-Mitte nach außen zu entfalten. Unsere Gemeinde soll von innen nach außen wachsen. Spiritualität ist darum kein Wert unter anderen, sondern die Achse, um die sich unsere ganze Gemeindearbeit dreht.

