Über 150 000 Besucher haben diese „etwas anderen Gottesdienste“ besucht, hunderte ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machte ihn drei Jahrzehnte lang rund zehn Mal im Jahr möglich. 750 000 Menschen verfolgten die Life-übertragung des GoSpecials am 3.4.2016 im ZDF. Dem Beispiel der Andreasgemeinde folgten allein in Hessen 173 Kirchengemeinden, die ebenfalls eine Form des GoSpecials wenigstens sechs Mal jährlich feiern.
Pfarrer Karsten Böhm, der sich für das Jubiläum extra in einen dunklen Anzug geworfen hatte, begrüßte gemeinsam mit Pfarrerin Sandra Matz, im schwarzen Abendkleid, die rund 400 Gäste im fast voll besetzten Saal. In einem kurzen Rückblick hoben sie die Glanzlichter unter den vergangenen GoSpecials hervor. Der am besten besuchte war danach jener mit dem Thema „Warum ich? Warum lässt Gott Leid zu?“, den 850 Menschen besuchten (wobei rund hundert wieder heimgeschickt werden mussten).
Wie Böhm, der seit 2016 für die GoSpecials zuständig ist, erläuterte, wurden immer Überraschungen in den Gottesdienst eingebaut. Das kurze Theaterstück zur Geburtstagsfeier behandelte in einem spekulativen Rückblick aus dem Jahre 2056 den ins Skurrile getriebenen, technischen Fortschritt – und dessen möglichen Folgen für das Gemeindeleben. Dann folgte, wofür die Gemeinde ebenfalls bekannt ist, der Lobpreis, mehrere Lieder, die viele im Stehen singen.
Die Predigt hielt Klaus Douglass, Pfarrer der Andreasgemeinde von 1989 bis 2009. Im Dezember 1995 hatte die Gemeinde zu ihrem ersten GoSpecial eingeladen. Von 1996 bis 2016 war Kai Scheunemann, Theologe und Pastoraler Leiter, dafür zuständig. Mit den GoSpecials sollte, so Douglass, ein Gottesdienst für das Lebensgefühl junger Menschen gestaltet werden. Er wünsche sich eine „3m-Kirche“, modern, missionarisch und multiplikativ. Er hatte schon 1983 die Willow Creek-Gemeinde bei Chicago in den USA besucht, die ihn sehr beeindruckte.
Nach einem kurzen Vortrag von Fabian Vogt, ehemals Vikar der Gemeinde, stand die Talk-Runde auf der Bühne. Es waren Menschen, deren Leben der GoSpecial verändert hat. So beispielsweise Miriam Heinz, Sängerin der Shepherds, die seit 2022 den Senioren- und Demenzbereich der Gemeinde leitet. Ein anderer lernte beim GoSpecial, den er als „lebendig und authentisch“ empfand, seine Ehefrau kennen. Doch auch damit wurde klar, der GoSpecial ist in die Jahre gekommen, er richtete sich an die Boomer und an die Generation X.
„Es ist eine Ü 30-Party“, meinten denn auch drei junge Leute im Anschluss an die Talkrunde. Sie wollen einen Event für die unter 30-Jährigen kreieren, die „Next Church YZ – Kirche co-created“. Ziel ist ein innovatives Beteiligungsprojekt im Nachbarschaftsraum Schwalbach–Eschborn. Gemeinsam mit den Adressaten aus der Generation Y und Z (also den von 1990 bis 2010 Geborenen) soll ein neues Veranstaltungsformat entwickelt werden, das Gemeinschaft und Transzendenz auf zeitgemäße Weise erfahrbar mache, so Kai Scheunemann.
Der Jubiläums-GoSpecial endete nach gut zwei Stunden. Danach waren alle zu Gespräch und Begegnung bei einem Glas Sekt eingeladen. Zum Mittagessen standen zwei Food-Trucks von „Dein Foodwerk“ bereit, mit jeweils drei verschiedenen Burgern: dem Boomer-Burger (Rind), dem GenX-Burger (Huhn) und dem GenYZ-Burger (Vegan).
Die 1970 gegründete Andreasgemeinde in Eschborn-Niederhöchstadt ist eine Gemeinde der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Ihr gehören gegenwärtig rund 1.800 reguläre Mitglieder an, Pfarrer ist Karsten Böhm. Die Andreasgemeinde will sich insbesondere auch an Menschen richten, die der Kirche fernstehen. Vielen Kirchengemeinden in Deutschland dient sie heute als Vorbild. Der 1994 gegründete Gemeindeaufbauverein finanziert zehn zusätzliche (Teilzeit-)Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter. Weitere Informationen unter www.andreasgemeinde.de .
Andreasgemeinde feierte am 22. Februar 30 Jahre GoSpecial-Gottesdienste

Sani Matz und Karsten Böhm

Theatergruppe Andydrama Classics

Band ScheppHurts

Vorstellung von Next Church YZ

Kai Scheunemann

Fabian Vogt







