Was heißt es, heute im 21. Jahrhundert Christ zu sein?
Wie gehen wir als Gemeinde mit den Herausforderungen dieser Zeit um?
Was und wie ist die Kirche des 21. Jahrhunderts?
Wie soll die Andreasgemeinde im Jahr 2030 aussehen?
Wie stellen wir uns in einer Umgebung auf, die – so scheint es – immer weniger auf Gott und sein Wort hört und ihm immer weniger vertraut?
Diesen Fragen haben wir uns zusammen mit den Leitungsgremien der Andreasgemeinde gestellt. Dabei haben wir uns von den Möglichkeiten Gottes inspirieren lassen, von seinem Traum von gelingendem Leben und von gelingender Gemeinschaft.
Wie wir in der Andreasgemeinde unseren Traum von Kirche buchstabieren und leben, findest du hier.
Eure Gemeindeleitung

Matthäus 22,37-39

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Matthäus 28,18-20

Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Wir sind:

Gemeinschaft Gottes, die füreinander einsteht.
Nachfolgende Jesu, die durch Krisen wachsen.
Anbetende, die ihren Blick auf Gott richten.
Dienende, die die Not um sich wahrnehmen und helfen.
Evangelisierende, die Hoffnung und Frieden verbreiten.

Wir sind Kirche!

Wir leben aus Gnade,
atmen Gnade und
tragen Gottes Gnade in die Welt.

Amen!

 

Begeisterung

Wir sind gerne Christen. Darum versuchen wir, die Grundformen der christlichen Spiritualität – Glaube, Gebet, Lesen der Bibel, Gemeinschaft, Liebe und Bekenntnis – in einer fröhlichen, leidenschaftlichen und ansteckenden Weise zu leben. Unser Glauben, Leben und Handeln soll von Optimismus und Fröhlichkeit geprägt sein.

Herzlichkeit

Liebevolle Beziehungen sollen jeden Aspekt unseres Gemeindelebens prägen. Daher pflegen wir ein Klima der Freundlichkeit und Offenheit, der gegenseitigen Annahme, des Humors und der Gastfreundschaft. Dabei liegen uns besonders jene Menschen am Herzen, die ein distanziertes Verhältnis zu Gott, Glaube und Gemeinde haben. Wir reißen  Mauern ab, die Menschen davon abhalten, in unsere Gemeinde zu kommen.

Glaubwürdigkeit

Das Christentum, das wir leben und verkündigen, soll ungezwungen und authentisch sein. Deshalb sollen Menschen bei uns mit ihren Defiziten, Ängsten und Nöten angenommen, respektiert und heil werden. Dass wir Sünder und fehlbare Menschen sind, ist unsere gemeinsame Grundlage. Wir müssen weder besser noch „heiliger“ erscheinen als wir sind.

Großzügigkeit

Wir sind davon überzeugt, dass Großzügigkeit nicht nur Opfer verlangt, sondern auch ungeahnten Gewinn bringt: „Geben ist seliger als Nehmen.“ Darum ermutigen wir Christen zu einem großzügigen Umgang mit den ihnen anvertrauten Ressourcen wie Zeit, Besitz und Gaben. Zur Kultur der Großzügigkeit gehört ein striktes Freiwilligkeitsprinzip. Niemand soll in unserer Gemeinde etwas tun, weil er sich dazu genötigt oder gar gezwungen fühlt.

Gabenorientiertheit

Wir unterstützen die Menschen in unserer Gemeinde ihre Berufung zu entdecken und freizusetzen, denn wir glauben, dass der Mensch dadurch ein erfüll­tes Leben erfährt, dass er die ihm gegebenen Fähigkeiten und Gaben dienend zur Ehre Gottes und zum Wohl dieser Welt ein­setzt. Wir ent­wickeln eine Kultur, in der Menschen gelobt, aufgebaut und in jeder Hin­sicht gefördert werden, ihr volles Potenzial zu entfalten. Wir streben nicht nach Perfektion, wohl aber da­nach, dass jeder Christ an dem Ort, an dem er mitarbeitet, sein persönlich Bestes gibt.

Buntheit

Wir wollen eine Gemeinde mit einer klaren Mitte, aber mit vielfältigen Ausdrucksformen dieser Mitte sein. Wir suchen weder eine Uniformität der Meinungen noch irgend­welcher äußerer Formen, denn wir sind uns bewusst, dass Gott mit jedem Menschen auf individuelle Weise umgeht. Darum begegnen wir unterschiedlichen Ansichten, Lebensentwürfen und Frömmigkeitsformen mit Respekt, Wertschätzung und Toleranz und wollen voneinander lernen. Wir feiern unsere Andersartigkeit und dienen gemeinsam der Welt.

Innovation

Wir üben uns darin, von den Möglichkeiten Gottes – und nicht nur von unserer oft begrenzten Wirklichkeit – her zu denken und zu handeln. Die Kirche des neuen Jahrtausends wird in vielerlei Hinsicht anders sein als die Kirche, die wir bislang gekannt haben. Wir möchten am Puls der Zeit sein. Daher experimentieren wir mutig, riskieren viel, leben fehlerfreundlich und suchen nach immer neuen, innovativen Wegen, Menschen für den dreieinigen Gott zu begeistern.

Multiplikation

Wir wollen unser Christsein nicht für uns alleine leben, sondern die frohe Botschaft und unsere Gaben weitergeben und multiplizieren. Ebenso wollen wir unsere Erkenntnisse, Erfahrungen und unsere Mitarbeiter nicht allein für uns behalten, sondern hilfsbereit, demütig und dienend anderen Menschen und Gemeinden zur Verfügung stellen. Die Andreasgemeinde soll als Synonym für Multiplikation stehen.

W - Wunder erwarten

„Baut mein Haus wieder auf, das ich Euch darin GNADE erweise und geehrt werde.“ (Haggai 1,8b)

Wir wollen als Gemeinde mit Gottes Wundern rechnen, denn wir sind überzeugt, dass wir einem Gott dienen, der mit seiner Kirche noch lange nicht am Ende ist. Die besten Tage der Kirche liegen vor uns. Gott ist dabei, sein Haus wieder aufzubauen – eine Kirche, die gesellschaftlich relevant und Gesellschaft gestaltend Gottes Gnade in die Welt trägt. So wollen wir leidenschaftlich, beten und arbeiten, dass folgende Wunder bis 2030 Wirklichkeit werden:

A - Ausstrahlender Glaube

„Sie fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu,die gerettet wurden.“ (Apostelgeschichte 2, 47)

Wir wollen, wie die Urgemeinde, unser Christsein mit anziehender Ausstrahlung leben. Jeder Niederhöchstädter soll bis 2030 das Evangelium gehört und verstanden haben. Unsere Gemeindeglieder verbessern ihre Umgebung spürbar und sind für die Menschen da. Wir beziehen Position zu gesellschaftlichen Themen und „suchen der Stadt Bestes“. Niederhöchstadt ist ein liebevollerer und bereicherter Ort geworden.

C - Christsein, das Kreise zieht

„Deine Kinder werden das Land anderer Völker in Besitz nehmen und die zerfallenen Städte neu besiedeln. Hab keine Angst!“ (Jesaja 54, 3)

Wir wollen gezielt in die nächste Generation investieren und mit ihnen gemeinsam dabei helfen, mindestens 100 zerfallene und verlassene Gemeinden wieder aufzubauen. Wir schicken unsere besten Mitarbeiter in andere Gemeinden, multiplizieren hilfsbereit, was wir gelernt und bei uns entwickelt haben, und lernen von dem Schatz, den Gott anderen Christen und Gemeinden anvertraut hat.

H - Heimat für alle Generationen und Nationen

„Ich kehre nach Zion zurück und werde wieder in Jerusalem wohnen. (...) Die Alten werden wieder auf den Plätzen Jerusalems sitzen, jeder mit einem Stock in der Hand, weil er ein hohes Alter erreicht hat. Und die Plätze der Stadt werden auch voller Jungen und Mädchen sein, die dort spielen. Ich sage euch: Auch wenn euch dieser Gedanke unvorstellbar vorkommt, muss er dann für mich ebenfalls unvorstellbar sein?“ (Sacharja 8, 4-6)

Wir wollen ein offenes Haus für alle Generationen und Nationen werden. In der Gemeinde und auf dem Montgeronplatz treffen sich Menschen rund um die Uhr. Generationen teilen ihr Leben miteinander und nehmen gerne die Angebote der Gemeinde für jede Lebenslage an. Jeder fühlt sich willkommen so wie er ist. Gottesdienste und Angebote in anderen Sprachen helfen, dass auch andere Nationen hier ihre Heimat finden.

S - Sozial-gesellschaftliches Engagement

„Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen. Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25, 35-36+40)

Wir wollen offen und wach in unserer Zeit leben, Nöte und Herausforderungen sehen und immer wieder neue innovative Wege finden, gemeinsam mit anderen gesellschaftlichen Akteuren diesen Aufgaben zu begegnen. Mit einer blühenden Seniorenarbeit, hochkompetenten Demenzzentren und einer christlichen Trauerkultur (inkl. christlichem Bestattungsunternehmen) begegnen wir dem demographischen Wandel. In Familienzentren und durch Zusammenwirken von Familien und Gemeinde („Orange leben“) unterstützen wir die nächste Generation. In Projekten wie dem „7. Himmel“, der Theater-, Musik- und Kreativität-Arbeit entdecken Menschen das in ihnen liegende Potenzial und setzen es zum Dienst am Anderen ein – unter anderem in unseren vielfältigen Gottesdiensten, die wöchentlich weit über 1000 Menschen anziehen.

E - Einheit leben

„Denn wie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind, so auch Christus. Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft… und sind alle mit einem Geist getränkt.“ (1. Korinther 12, 12+13)

Wir wollen die Einheit in der Vielfalt des Leibes Christi leben. Wir sind eingebunden in einem Netzwerk von Kirchen und Gemeinden der Ökumene, die sich nach dem Ziel ausstrecken, gemeinsam die Kirche des 21. Jahrhunderts zu bauen. Durch Partnergemeinden auf jedem Kontinent nehmen wir Impulse aus der 2/3 Welt auf und machen sie für die Kirche in Deutschland fruchtbar.

N - Neues Gebäude

„Vergrößere dein Zelt! Spann die Zeltdecken weiter aus! Spare nicht! Verlängere die Seile, und schlag die Pflöcke fest ein! Denn Du wirst Dich nach allen Seiten hin ausbreiten.“ (Jesaja 54, 2+3)

Wir wollen einen schönen und großen Neubau errichten, der Raum bietet für das Wachstum, das Gott seiner Gemeinde geschenkt hat und weiter schenken wird. Wir sind überzeugt, dass Gott uns berufen hat, gerade in einer Zeit, in der Kirchengemeinden zusammengelegt und Kirchengebäude geschlossen werden, ein sichtbares Zeichen der Hoffnung zu setzen, dass Gott seine Geschichte mit der Kirche in diesem Land weiter schreibt. Soli deo gloria: zu seiner Ehre.